Tron Legacy Preview - Einblick in den Grid - pixelmonsters.de

Tron Legacy Preview - Einblick in den Grid

von ComancheMan,

Gestern bot sich als weltweiter Event die Möglichkeit die ersten 20 Minuten der heiß erwarteten Fortsetzung des SciFi-Klassikers TRON aus den 80ern zu sehen. Am sogenannten Tron-Tag lud Disney alle Interessierten in 40 Kinos weltweit um schon mal kräftig die Mund-zu-Mund-Propaganda anzukurbeln. In Berlin schien das jedoch kaum jemand mitbekommen zu haben, so dass der große Saal am Alex gerade mal zu ca. einem Viertel gefüllt war.

Die etwas beliebige Szenenauswahl begann mit einer Real-Life-Szene, die überraschenderweise noch nicht in 3D gezeigt wurde. Man sieht Flynns Sohn Sam (Garrett Hedlund) als typischen jungen Einzelgänger ähnlich wie z.B. Kirk in Star Trek, dessen Typus gerade von Hollywood-Produktion häufig eingesetzt wird. In seiner Einzelgänger-Absteige bekommt kurz darauf Besuch von Alan Bradley (Bruce Boxleitner), der immer noch bei ENCOM arbeitet. Alan hat eine seltsame Pager-Nachricht (!) aus Flynns stillgelegter Spielhalle bekommen und bittet Sam dem nachzugehen. Widerwillig schaut dieser sich dort um und findet fast zufällig einen Geheimraum, der wohl einmal Flynns Arbeitszimmer war. Aus Versehen aktiviert er dort ein Programm, was ihn in die gute, alte Tron-Welt befördert.
Ab der nächsten Szene war dann alles in 3D und es bleibt nur zu hoffen, dass man den fertigen Film dann durchgängig in einem Format präsentieren wird, da dieser Gag so sonst nicht gut funktioniert dürfte. Genauer betrachtet fällt auf, dass sich diese „gute, alte“ Computer-Welt doch sehr verändert hat. Alles wirkt teils noch glatter und klinischer, aber auch deutlich detaillierter, teilweise schon fast mechanisch kleinteilig. Nichtsdestotrotz gefällt der neue Look sehr. Er bietet eine neue, eigene Faszination, die durch 3D sinnvoll verstärkt wird.
Natürlich wird Sam Flynn in der virtuellen Welt direkt von Sicherheitsprogrammen festgesetzt und gleich zu den Diskspielen zusteckt. Nachdem er versteht, was hier zu tun ist, um zu überleben gewinnt er eine erste Runde. Die nächste Szene zeigt ihn darauf in einem Light-Cycle-Rennen, bei dem er in einem Zweisitzer zusammen mit einem Programm namens Quorra (Olivia Wilde aus House) dem Spielfeld entflieht. Durch bergiges Ödland fährt sie ihn zu einem Versteck. Dort begegnet er dann den mysteriös eingeführten Kevin Flynn, seinem Vater, den er seit dessen Verschwinden im ersten Teil nicht mehr gesehen hat. Nach diesem Wiedersehen mit Jeff Bridges folgte noch ein schneller Zusammenschnitt neuer Szenen um die Preview abzuschließen. Daraus war noch erkenntlich, dass ein digital verjüngtes Ebenbild von Kevin Flynn (Button lässt grüßen) wohl der Hauptgegenspieler in der Programmwelt des Films sein wird.

Diese Preview war ein nicht ganz uneigennütziges Geschenk an die Fans und was man gesehen hat, lässt die Erwartungshaltung und Hoffungen nach oben schnellen. Beinahe nichts, über das man jetzt schon urteilen kann, war wirklich zu bemängeln. Die alten Schauspielhaudegen Bridges und Boxleitner überzeugen genauso wie Olivia Wilde. Beim jungen Hedlund ist vielleicht noch nicht ganz klar, ob er in der Rolle begeistern kann, er wird sie wohl zumindest solide meistern. Die 3D-Präsentation funktioniert gut und clever, sie erweitert das Erlebnis ohne aufgesetzt zu wirken. Die Produktion als solche scheint sehr gut, insbesondere die Tron-Welt ist wieder eine echte Offenbahrung geworden. Obwohl der Look wirklich sehr cool ist, wird es vielleicht einigen missfallen, wie er sich gegenüber dem Vorgänger geändert hat. Aber eigentlich war klar, dass man hier das damalige Verfahren nicht reproduzieren (können) wird, wenn man weiß, wie analog der Look damals erzeugt wurde.
Was von der Preview bleibt ist die nochmals stark gestiegene Vorfreude auf einen coolen, düsteren SciFi-Film Anfang nächsten Jahres. Bleibt nur die Hoffnung darauf, dass die Story dann mit dem 80er-Jahre-Film mithalten kann, denn für eine Aussage dazu hat die Preview zu wenig verraten.

Tron: Legacy
Tron Legacy

Produktion USA 2010
Laufzeit 125 Minuten
Kinostart 27. Januar 2011