Gamer-Demos gegen Verbote und für Akzeptanz mit überschaubarer Teilnehmeranzahl. Wir waren für Euch mit dabei und berichte exklusiv von der Wir sind Gamer Demo aus Berlin.
Mit starker Polizeibegleitung setzte sich der Zug dann etwas verspätet Richtung Alexanderplatz in Bewegung. Richtig kreativ waren die Protestler dabei jedoch nicht; über Spruch-T-Shirts hinaus wurde nur die Parteienbeflaggung präsentiert. Parolen skandierte man gegen das Verbot von Games, gegen die Darstellung der Gamer als potenzieller Killer sowie für die kulturelle Akzeptanz der neuen Medienform. Wie fern den meisten die Killer-Identität war zeigte sich darin, wie harmlos die Aktion vonstatten ging. Für viele dürfte es die erste Demonstration gewesen sein. Jedes Berliner Schüler-Begehren birgt mehr Eskalationspotenzial. Originell unterstützt wurde die kulturelle Relevanz der Computerspielgeneration durch das laute Abspielen bekannte Nintendo-Hymen wie Tetris und Mario über Megaphon. In diesen Momenten herrschte dann auch die beste Stimmung bei den Unterstützern. Überhaupt war kaum jemand mies gelaunt ob des Anlasses, man war wohl froh der eigenen Überzeugung endlich einmal öffentlich Gehör verleihen zu können.
Am Ziel des Roten Rathauses vor dem Neptunbrunnen war eine winzige Bühne mit Lautsprecherwagen aufgebaut, an der die Abschlussansprache abgehalten wurde. Die Piratenpartei bot hier wieder einmal ihr symbolisches Killerschach an. Nachdem die Organisatoren selbst noch einmal ihre Argumente darlegten und ihren Appeal an die Politiker der überholten Generation richteten, ergriffen die Jungvertreter von den Grünen, Piratenpartei, FDP und SPD das Wort um Wähler gegen den Regierungskurs für sich zu gewinnen. Hier musste jedoch der JuSo-Vertreter ordentlich Schelte für das Programm seiner Parteiälteren einstecken, obwohl er für die Meinung der Demonstranten argumentierte.
Die insgesamt recht unspektakuläre Demo endete dann schließlich mit weniger als der Hälfte ihrer Höchstteilnehmerzahl, mit ca. 200 Personen. Obwohl hier viel Parteipolitik mitspielte, war es dennoch sichtbar wichtig, dass bei der digitalen Generation gerade endlich einmal die Gamer kurz von ihren Kisten aufstanden und ihre Positionen in der Politik außerhalb des Netzes repräsentierten.
