Mit dem Crazi Taxi das Alien zum Kampf nach Japan gefahren
Sega war mit vielen starken Marken bei der Gamescom 2026.
Wir können über drei ganz verschiedene davon berichten.
Alien Isolation 2
Auf die Fortsetzung Alien Isolation 2 hatten wir uns für die Messe schon richtig gefreut. Der erste Teil des Grusel- und Escape-Horror-Titels kam vor 12 Jahren damals richtig gut an. Und dass wir bei der Gamescom nun erstmals den zweiten Teil anspielen durften, hat uns auch direkt mit der Stimmung des Titels mitgerissen.
Die Geschichte beginnt im Außenbereich des Planeten LV-921. Das ist eine ferne, garstige Welt, auf der das Flutmodul aus dem ersten Teil herabgestürzt ist. Wir müssen es finden und untersuchen. Im Gegensatz zum Vorgänger ist es hier ein wichtiger Teil des Spielerlebnisses, zwischen Innenräumen und der Planetenoberfläche hin und her zu wechseln und so unterschiedliche Gruselerfahrungen zu machen. Nach einem länglichen Spaziergang durch einen stürmischen, kaputten Wald mit ein paar Abzweigungen kamen wir endlich bei Modul an und konnten dort hinein. Unsere Crew ist auch dabei, aber hält sich eher dezent im Hintergrund und ist oft komplett verschwunden.
Im Inneren des Moduls ist es dann wie im ersten Teil: Man ist auf demselben Level. Grafisch ist das Spiel aber für die heutige Zeit richtig aufgebohrt worden. Alien: Isolation 2 ist jetzt kein absoluter Grafikbrecher, aber es ist sehr detailliert gestaltet und so nah am Setdesign der alten Filme, dass es mehr als ausreicht, sich in das Erlebte hinzuversetzen und wie im Film zu fühlen.
In anderen Bereichen war das Modul aber ziemlich leer und musste nur mal minimal repariert werden. Wir haben dann noch einen kaputten Androiden getroffen, der uns erst mal ordentlich aufgeschreckt hat. Es gab sonst aber zum Beispiel kaum narrative Elemente wie Logbücher. Erst gegen Ende der recht kurzen Demo kam dann natürlich noch das Alien als Star vor, was sozusagen als Antrieb diente, schnell wieder aus dem Modul abzuhauen und zu entkommen.
Für einen ersten Ausschnitt war die Demo, die es schon ein paar Wochen länger gibt, wirklich ziemlich toll. Wir hätten uns dennoch gern einen späteren Abschnitt des Spiels angeschaut. Da sollten die Meister von Creative Assembly eigentlich auf der sicheren Seite sein. Wenn man nicht zu sehr auf Wiederholung des alten Vorgängers setzt.
Das Konzept des Monsterversteckspiels ist nach wie vor absolut tragfähig, die Spannung wie mit Messern zu schneiden und die Thematik von Aliens aktuell wieder sehr stark.
Wir glauben, dass wir hier einen echt großen Hit bekommen werden. Definitiv solltet ihr euch diesen Titel geben, wenn es euer Herz aushält.
Crazy taxi
Damals war Crazy Taxi auf der Dreamcast ein kurzes, intensives und buntes Vergnügen. Die Betonung liegt auf „kurz”, denn es war ein sehr simples Spiel, in dem es vor allem darum ging, möglichst schnell möglichst viele Taxifahrten hintereinander abzuwickeln.
In der grafisch ordentlich in die Neuzeit überführten Version Crazy Taxi: World Tour mit seiner neu präsentierten Deutschlandkarte, die sehr viele Easter Eggs bereithält, könnt ihr immer noch solche Taxifahrten machen. Auch gibt es weiterhin Bad-Religion- und Offspring-Mucke zu hören sowie andere Songs, die allerdings nicht so prägnant sind.
Die Karte ist als offene Welt gestaltet, wenn auch von überschaubarem Umfang. Das heißt, ihr könnt neben den Fahraufgaben driften, Chaosstunts fahren, die Autobahn erkunden oder versteckte Dinge einsammeln.
Wo Crazy Taxi allerdings wirklich glänzt, ist die augenzwinkernde Erzählung der Nebenmissionen. Eigentlich sind das sogar die Hauptattraktionen, denn ihr trefft mit eurem Cruiser jede Menge verrückte Passanten, die Spezialaufträge mit sich bringen. Da wäre der eilige Liebhaber, der schnell noch zum Flughafen muss, um seine Beziehungsprobleme zu lösen, der Stuntman, der sich gerne aus eurem Auto abfeuern lassen möchte, und die lokale Stadtreinigerin, die euer Fahrzeug als Papiersammler mitbenutzt. Es gibt jede Menge verrückte Ideen im SEGA-Stil. Wir konnten in der Demo nur eine Handvoll dieser entdecken, die aber alle irgendwie witzig waren.
Man kann auch versuchen, den Highscore zu brechen. Somit hat man einen Grund, diese Missionen erneut zu spielen. Allerdings werden sie beim zweiten oder dritten Mal nicht unbedingt interessanter. Trotz des großen Aufwands, der in die Karte, die grafische Modernisierung und die große Open World geflossen ist, stellt sich somit die Frage, ob und inwiefern sich das Spiel über den geplanten Multiplayer hinaus für längere Sessions oder langfristige Motivation eignet. Das lässt sich hier natürlich noch nicht beantworten.
Nach einer kurzen Gamescom-Demo konnten wir dies noch nicht erkennen, auch nicht, was später noch alles Besonderes kommen könnte. Hoffen wir, dass Sega noch ein paar Überraschungen in der Hinterhand hält. Ansonsten freuen wir uns darauf, diese alte Marke wiederbelebt zu sehen, und dass sie vernünftig in die Neuzeit transportiert wurde.
Stranger than Heaven
Auch wenn wir bisher noch keine tieferen Erfahrungen mit den Yakuza-Spielen sammeln konnten, waren wir doch immer an der Serie interessiert. Nachdem es zuletzt sehr viele, teils auch verrückte Ableger gab, scheinen sich die zentralen Macher der erfolgreichen Brawler-Serie auf einen ambitionierten Umschwung ihres neuen Titels konzentrieren zu wollen.
Stranger than Heaven wirbt damit, eine große historische Geschichte zu erzählen, die diverse hochkarätige japanische und amerikanische Schauspieler (unter anderem Snoop Dogg) mitbringt und in fünf wichtigen japanischen Städten in fünf verschiedenen Epochen spielt. Als ob man sich damit noch nicht genug aufgeladen hätte, möchte man auch beim Kampfsystem ganz neue Wege gehen und stellte dieses nun mit der Gamescom-Demo vor, die ein neues Kampfsystem zeigt. Leider beleuchtete die Demo abgesehen davon keinerlei andere Aspekte.
Aber der Kampf war schwer genug für uns zum Erlernen, denn Yakuza war bisher eher ein simpler Buttonmasher. Bei Stranger than Heaven sind die Kämpfe nun richtig kompliziert geworden, vor allem, weil es meist gegen eine kleine Bande geht und die Crowdcontrol daher extrem wichtig wird.
In der Demo wurde auch erklärt, dass nun alle vier Gliedmaßen separat gesteuert und per Block-Button separat zur Abwehr benutzt werden können. In Zusammenhang mit der großen Waffenauswahl, die dieses Spiel mitbringen wird, ist Stranger than Heaven in seinem Ansatz sehr ambitioniert, möchte man meinen.
Es bringt eine Kampftiefe mit sich, die an Soulslike erinnert. Da die Souls-Games für uns aber auch sehr schwer sind, war dementsprechend die Demo eine echte Herausforderung. Denn selbst die erste Truppe, die noch die leichte war, ließ sich nur durch mehrere Anläufe und viele Heiltränke besiegen. Die Blocks waren vom Timing her schwierig. Im Übrigen ist das Ganze auch sehr blutig inszeniert.
Darüber hinaus ist die Grafik der Straßenzüge, die wir hier sehen konnten, hervorragend detailliert. Beim zweiten schweren Kampf kamen wir langsam dahinter, wie es funktioniert. Das war hier notwendig, da sich in der Gruppe ein Mittelboss befand, der mit einem Katana-Schwert auf uns zustürmte. Endgültig Schluss war dann jedoch im dritten Level im verregneten Osaka, wo ein Yakuza-Mitglied ohne Shirt mit einem riesigen Schwert auf uns zustürmte.
Wie wir von den Fans hören konnten, ist das neue Kampfsystem durchaus umstritten. Auch wir hoffen, dass es eine einfachere Einstellung gibt, da die Story sicherlich spannende Momente bieten wird. Wenn das Spiel jedoch im Hardcore-Modus nur diese eine Option bietet, wird es sich vielen Käufern und Spielern verschließen. Bei aller Erneuerung kann das nicht das Ziel sein. Da noch etwas Zeit ist, kann ich mir durchaus vorstellen, dass hier noch mal nachgefeilt wird.
Denn alles andere, was man in den Trailern zum Titel gesehen hat, macht schon verdammt viel Lust auf die historischen Japan-Stories.
