Home » Games » Reviews » Max Payne 2 von MartinTschitschke, 23.07.2009

m nächsten Abschnitt trifft man gleich wieder einen anderen alten Bekanten, denn hier muss Max seinem alten Kumpel und russischen Mafiosi Vladimir Lem bei einem Angriff des ebenfalls aus dem Vorgänger bekannten Vinnie Gognetti zur Seite stehen. Nachdem das überstanden ist, erfährt Max von Vlad, dass in der Unterwelt mal wieder ein Gangkrieg tobt. Max Untersuchungen gipfeln sehr schnell darin, dass er den Mord an seinem Senator aufzuklären hat und da die einzige Hauptverdächtige Mona Sax ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sie in Untersuchungshaft zu nehmen, obwohl er sich immer mehr von ihren dunklem Charakter angezogen fühlt. Mona scheint jedoch mehr über die Vorgänge in der Unterwelt zu wissen, als sie zugibt und so darauf wird schon kurz drauf Max’ Polizeirevier Opfer eines Anschlags und um sie zu retten, lässt er sie dann frei. Dadurch steht er natürlich wieder zwischen allen Fronten und seine weiteren Ermittlungen führen nicht zu seiner Suspendierung, sondern auch soweit, dass er sich zwischen dem Leben seiner Kollegen und dem seiner Liebe Mona entscheiden muss. Im weiteren Verlauf der Story muss Max dann erneut die Erfahrung machen, dass er verraten wurde, während er und Mona fast so was wie eine Liebesbeziehung beginnen (soweit das in ihrem Umfeld überhaupt möglich ist) und das Ganze gipfelt dann schließlich in ein tragisches und dramatisches Ende, das ich hier aber nicht weiter verraten will. Nur so viel, es lohnt: selten hab ich so eine dichte Atmosphäre erlebt und eine Story, die sich mehr an Hollywood-Verhältnisse annähert. Die Fans der besonders surrealen Abschnitte im ersten Teil werden vielleicht etwas enttäuscht werden, da auf diese wohl zu Gunsten des Massenpublikums weitestgehend verzichtet wurde.

Das große Manko, was man hier jedoch ganz deutlich ansprechen muss, ist, dass die Geschichte mehr Fortsetzung ist als das sie neue Aspekte bietet und deshalb wirklich einzigartig kurz ist und damit den Gesamteindruck des Produkts Spiel in Bezug Preis-Leistung stark belastet, aber spätestens mit der Budget-Version hat sich das dann erledigt.

Bei den technischen Aspekten des Spiels sticht natürlich wieder mal die Grafik sofort ins Auge. Die Engine wurde nicht komplett neu geschrieben, sondern behutsam aufgebohrt. So wurden die ersten Shader in der Version 1.2 integriert und ermöglichen so nette Effekte, wie Spiegelungen und Partikeleffekte. Die Shader wurden trotzdem leider nicht ganz sauber programmiert, so kommt es zumindest auf meiner ATI-Karte zu vollkommen übertriebenen Glanz-Effekten an Autos und Figuren. Was bei Max’ Mantel noch realistisch rüberkommt, wirkt spätesten in seinem Gesicht wie aus dem Wachsfiguren-Kabinett. Auch an der Textur-Qualität hat man gearbeitet. So überzeugt „The Fall of Max Payne“ fast durchgängig mit brillanten, hoch auflösenden Texturen, die die New Yorker Unterwelt sehr stimmungsvoll einfangen.

Nicht in direktem Zusammenhang mit der Grafik aber dennoch Teil der Engine ist die neu integrierte Havok-Physik-Engine. Diese Programm-Bibliotheken sorgen für realistisches Verhalten von Spielobjekten unter Einfluss von physikalischen Größen wie z.B. Schwerkraft oder Stößen. Das System funktioniert auch ganz gut, insbesondere bei Explosionen. Aber da es hier um eine der ersten Implementierungen in ein Spiel handelt, gibt es auch hier noch Kinderkrankheiten, z.B. bei der Berührung mit Spielfiguren. Ein Feature der Physik hat es trotz USK komischerweise trotzdem ins Spiel geschafft, nämlich das sogenannte Rag-Doll-Verhalten. Das ist dafür verantwortlich, dass auch Leichen im Spiel den Gesetzen der Physik, insbesondere der Reaktion auf eintreffende Projektile, unterliegen. Allerdings geht das nicht soweit, dass Körper irgendwie aufplatzen würden.